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Es war wieder ein fröhlicher und arbeitsreicher Nachmittag. Mit großer Vorfreude haben unsere Schüler den Materialnachmittag am 10.April für ihre Eltern vorbereitet. Gezeigt wurde die Vielfalt und individuelle Herangehensweise mit den Entwicklungsmaterialien Maria Montessoris und den ergänzenden Arbeitsmitteln.
Wau…, da wurde selbstbewusst z.B. das Zerlegen in Faktoren, beim größten gemeinschaftlichen Divisor oder beim kleinsten gemeinsamen Vielfachen gezeigt. Die Arbeit am Wurzelbrett löste nach der Darbietung des Potenzierens und Suchens einer Zahl, die zur zweiten Potenz erhoben eine vorgegebene Zahl ergibt und unter dem Begriff „Wurzelziehen“ bekannt ist, bei den anwesenden Erwachsenen Staunen und Anerkennung aus.
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Aus dem tiefsten Inneren brachen Erinnerungen an die eigene Schulzeit auf und der Seufzer „hätten wir doch diesen Zugang zur Mathematik gehabt“, freute die Kinder und Lehrerinnen sehr. Der konkrete Umgang einzelner Eltern mit dem Material machte auch die Kinder stolz, konnten sie doch sehen, dass ihre Eltern bei der Arbeit am großen Multiplikationsbrett oder der Großen Division die gleichen Erfolge erzielten, wie sie auch. Die Ausdauer und Konzentration der Kinder überraschte auf Neue und das Üben der Multiplikation von mehrstelligen Zahlen mit ein - bis vierstelligem Multiplikator oder die Erarbeitung von Divisionen, wobei der Dividend bis siebenstellig sein kann und der Divisor ein - bis vierstellig, verdeutlichte die Freiheit des individuellen Lernens.
Das Schulteam hat sich im vergangenen Schuljahr verstärkt damit beschäftigt Lernprozesse an das Montessorimaterial zu binden und dieses in den Variationen besser auszuschöpfen und zu nutzen. Hierfür haben wir einen thematischen Orientierungsverlauf erarbeitet, durch den unsere Schüler in kleinen sukzessiven Schritten in ihrem eigenen Tempo lernen können. Es wurde uns deutlich, dass wir Transparenz über die Lern- und Leistungsentwicklung nur zuverlässig durch einen einheitlichen Blick auf die Prozesse erreichen können. Daher spielt die Dokumentation sowohl durch uns wie auch für die Schüler selbst eine wichtige Rolle. Intensive Gespräche im Verlauf des Schuljahres und die Präsentationen der Arbeiten im dem Klassenverband haben die Fähigkeit zur Selbstreflexion, zur Selbsteinschätzung und Selbsterkenntnis erfreulich gefördert. Es waren Fragen wie, „Wo stehe ich?“, „Was kann ich?“, „Was fällt mir schwer?“, „Woran muss ich noch mehr arbeiten?“ und „Was nehme ich mir vor?“, die den Prozess anschaulich vertieft haben. Die Präsentation eigener Ergebnisse vor den Mitschülern wurde zu einem wichtigen und motivierenden Ritual. Es brachte den Schülern die Erfahrungen Anregungen und Kritik zu hören, diese auf- und anzunehmen und sich gegenüber ihren Mitschüler sachlich und positiv zu äußern.
Diese Form der empathischen Beobachtung ist für uns ein fundamentales Prinzip unserer kindgerechten pädagogischen Sichtweise. Zu ihrer Dokumentation ist es notwendig, sich eine Struktur aufzubauen, die genau, detailliert und ökonomisch jeden Schüler würdigt. Für uns ist es selbstverständlich, dass Lernen und damit verbundene Leistung Sinngebung braucht, erst durch diese schaffen wir Anreize zum Lernen und die Möglichkeit, Verantwortung für eigene Aufgaben zu übernehmen.
Das Schulteam setzt darauf, dass Lernen und Leistung sich immer auf den einzelnen Menschen bezieht und die individuellen Gegebenheiten berücksichtigt. Hierbei ist Leistung eingebetet in den Prozess der konkreten Arbeit und ist in Verbindung mit dem jeweiligen Entwicklungsstand zu sehen. Entfaltet werden kann sie nur, wenn Motivation und Lernbereitschaft gegeben oder erarbeitet wird. Die erbrachte Leistung unserer Schüler zählt nicht nur als Prozess und Ergebnis einer individuellen Arbeit, sondern auch als Prozess und Ergebnis einer Partner- oder Gruppenarbeit. Sie erfährt eine wesentliche Vertiefung durch die emotionale Verbundenheit mit der Arbeit und wird nicht nur von außen, sondern in einem Prozess der Selbstkontrolle und Selbsteinschätzung von unseren Schülern selbst festgestellt und bewertet.
Wir nehmen mit diesem erweiterten Verständnis Abstand von einer ausschließlich ergebnisorientierten Leistungsmessung und -bewertung. Unser pädagogisches Verständnis unterstützt die Entwicklung des einzelnen Kindes ohne es mit anderen zu vergleichen. Die erreichbare Leistung unserer Schüler ermöglicht Freude am individuellen Lernzuwachs. Unsere Bewertung hat das Ziel Anregung und Anleitung zum weiteren Lernen zu schaffen. Es geht uns nicht ausschließlich darum, dass unsere Schüler sich nur bestimmte Lerninhalte aneignen, sondern dass sie anhand von adäquatem Lernstoff die Fähigkeit zum selbstverantwortlichen Lernen entwickeln. Unsere Lernberichte geben daher Informationen zur Persönlichkeitsentwicklung, zum Sozial- und Arbeitsverhalten und zum Lernstand und Lernfortschritt.
Die letzten Wochen vor den Lernberichten sind für uns Pädagoginnen eine sehr intensive Zeit. In den Teamsitzungen (Lehrerinnen und Erzieherinnen) und Klassenkonferenzen tauschen wir uns zu jedem einzelnen Kind aus, beraten und reflektieren über weitere Vorgehensweisen im Blick auf das neue Schuljahr. Wenn wir dann im September wieder beginnen, freuen wir uns auf die Kids und den Austausch mit Ihnen.
Ich wünsche Ihnen eine herrliche Ferienzeit Ihre Sabrina Witt
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