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Verwirklichung der Montessoripädagogik
in der Praxis an der Montessori Schule Heidelberg
 

In der täglichen Arbeit mit den Kindern dienen die Grundlagen der Pädagogik Maria Montessoris den Lehrerinnen an unserer Schule als Wegweiser und gleichzeitig verbindlicher Rahmen für die schöpferisch-pädagogische Arbeit.

Schulstruktur und Organisation des Unterrichts

Das Prinzip der Heterogenität

Ein wesentliches Merkmal unserer Schule ist die Altersmischung. Es wird darauf geachtet eine Ausgewogenheit bezüglich des Alters und des Geschlechts herzustellen und die Bildung von Kleingruppen zu ermöglichen.

 
Unsere Kinder erfahren durch das Zusammenleben in verschiedenen Alterstufen eine Annäherung an ein natürliches Umfeld, in dem sie sich in wechselnden Rollen wahrnehmen können. Die Kinder erleben sich in flexiblen gruppendynamischen Prozessen, die sie in ihrer persönlichen Entfaltung unterstützen und den individuellen Lernprozess stärken. Zudem bringt die Altersmischung den Abbau von Hierarchien nach Leistung sowie von Konkurrenzverhalten mit sich.
 
Für unsere Lehrerinnen bedeutet das Arbeiten in den altersgemischten Gruppen eine verstärkte Vorbereitung differenzierter Lernziele und Beachtung der individuellen Lernsituation. Die Stellung der Lehrerin als zentrale Figur der der vorbereiteten Umgebung umfasst insbesondere die Fähigkeit bereit zu sein zu helfen, aber nur dann, wenn das Kind Hilfe braucht und ebenso bereit zu sein, sich zurückzuziehen, sobald das Kind in eine Tätigkeit/Arbeit vertieft ist. Aus der Beobachtung heraus erkennt sie wann das Kind Anregungen zum Tun benötigt und Lernprozesse in Gang gesetzt werden können. So achtet sie darauf ein Gleichgewicht zwischen Einwirkung und Zurückhaltung herzustellen. Freiarbeit in der vorbereiteten Umgebung wird zur unumgänglichen Lern- und Arbeitsform.
 
Das Prinzip der Heterogenität gilt nicht nur für die altersmäßige Zusammensetzung der Lerngruppen, sondern auch hinsichtlich der geistigen und körperlichen Leistungsfähigkeit der Kinder. Ca 10 % der Lerngruppe (2 - 3 Schüler) können die Vorteile der Integration erfahren, womit eine tragfähige und frühzeitig gegenseitige Hilfsbereitschaft praktiziert wird sowie Verständnis und Respekt für die Andersartigkeit und Besonderheit beeinträchtigter Menschen entwickelt wird. Vor der Aufnahme in unsere Schule soll der notwendige besondere Förderbedarf festgestellt werden.

Unsere Lehrerinnen sorgen dafür, dass die Schülerinnen entsprechend ihrem eigenen Tempo und Rhythmus lernen können, Sie stehen in der Verantwortung die Talente und Fähigkeiten der Schülerinnen zu erkennen und entsprechende Angebote zu machen, die den Schülerinnen Orientierung und Anregung zum Lernen bieten und zum Erreichen der Lernziele führen. Unsere Altersmischung und die Integration machen das Montessori Prinzip hinsichtlich der Lernziel - Differenzierung besonders deutlich: Es ist nicht das Ziel, dass alle Schülerinnen einer Jahrgangsstufe am Ende des Schuljahres die gleichen Ziele erreicht haben. Der individuelle Lernprozess eines Kindes wird gefördert und unterstützt, indem Lerninhalte der nächst höheren oder niedrigeren Lernstufe bearbeitet werden.   

Die Stoffverteilungspläne,  die für alle Lernfelder unserer Schule erarbeitet werden, geben den Lehrerinnen, Schülerinnen und Eltern eine Orientierung, welche Themen und Inhalte in den vier Stufen bearbeitet werden sollen.

 
Lernformen

Unsere aufgezeigten Rahmenbedingungen führen zu folgenden Lernformen:

Der Morgenkreis und der Abschlusskreis (Klassenrat)

Sie sind das Forum, in dem die tägliche Bindung in der Gruppe stattfindet. Sie geben Raum für soziales Lernen, sowie Gelegenheit für aktuelle Themen, Absprachen und das Erstellen von Regeln. Der Mensch benötigt Rituale. Schulrituale sind Orientierungshilfen für Schülerinnen und Lehrerinnen und dienen der Schulkultur. Sie humanisieren das tägliche Zusammenleben unter uns Menschen. Gerade für Kinder ist die verlässliche Wiederkehr einer Handlung, eines Tuns in gleicher äußerer Form, in ähnlichen Umständen zu gleicher Zeit sehr wichtig.

So eröffnet der Morgenkreis die Schulwoche und kennzeichnet den Wochenanfang als neu geschenkte Aufgabe. Elemente des Morgenkreises sind Anschauung und Besinnung aus dem Jahreszeitenkalender, Hören, Fühlen, Schmecken, Riechen, Tasten also ein Wahrnehmen unserer Sinne. Genauso gehört das Stillwerden dazu. Kinder brauchen und lieben die Stille.

Der „Mitte“ kommt in unserer Pädagogik besondere Bedeutung zu. So versammeln wir uns stets im Stuhl- oder Sitzkreis. Dieser scheinbar äußerliche, spielerische Vorgang bewirkt in den Kindern selbst den Prozess der Konzentration auf die Mitte. Unsere Kinder erleben, wie das jeweilige Thema des Morgenkreises in die Mitte der Aufmerksamkeit der Gruppe gerückt wird. Gemeinsam wird erörtert, kommt zur Anschauung und wird weiter entfaltet durch symbolhaftes Gestalten. So geben die Kinder z.B. behutsam und umsichtig Gegenstände weiter, nehmen ihren Nachbarn wahr und lassen Kontakt zu oder gehen und schreiten durch den Raum. Der Morgenkreis ergänzt die sonst üblichen Lernprozesse. So können  Einsichtnahmen in die Bezüge, in denen das Einzelne steht, hergestellt werden. Wir fragen: Wie ist das, was wir betrachten und erleben, mit anderem verknüpft und vernetzt?  Lernen wir es in seinem Wert schätzen? Was ist der größere Zusammenhang, in das es eingebunden ist?

Es wird deutlich, dass der Mensch eine Einheit aus Körper, Geist und Seele ist. Gleichzeitig liegen hier auch die Ansatzpunkte für eine religiöse Erziehung, die geprägt ist, durch die Achtung vor dem Kind, der Achtung der Menschen untereinander und der Achtung vor der Schöpfung.

Das ergänzende Gegenstück zum Morgenkreis  ist der Abschlusskreis oder Klassenrat. Er bildet als demokratisches Forum ein wesentliches Element um auf die vergangene Woche zurückzublicken, Vorgänge zu reflektieren und den Prozess der Konfliktbewältigung mit den Kindern zeitnah und nach Absprachen zu lösen.

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Weitere Beiträge...
  • Praxisorientierung und außerschulische Lernorte
  • Mitverantwortung der Schülerinnen
  • Erziehungspartnerschaft
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Veranstaltungen
  • 18.09.2010 | 09.00 Einschulung
  • 16.10.2010 | 10.00 Infotag (Schule)
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